Korntal-Münchingen und die Partnerstädte Tubize und Mirande

„Für eine glückliche Jugend in einem vereinten Europa!“

Wann war der Beginn?

Im Jahr 1964 fand die offizielle Verschwisterungsfeier mit der südfranzösischen Stadt Mirande statt. Ein „Baustein zur Bildung eines neuen, geeinten Europas“ sollte die Städtepartnerschaft sein, der sich im Jahre 1966 auch die belgische Stadt Tubize anschloss. Es entstand eine sogenannte Ringpartnerschaft, d. h. die Partnerstädte sind untereinander verschwistert und haben sich in den Dienst Europas gestellt: „Für eine glückliche Jugend in einem vereinten Europa“ lautet die Maxime der Partnerstädte.

Warum ist diese Ringpartnerschaft etwas Besonderes?

Zahlreiche Begegnungen und Austausche bilden die Basis für dauerhafte und herzliche Freundschaften zwischen den Bürgerinnern und Bürger der europäischen Städte. Bei der offiziellen Verschwisterung in den 60er Jahren war der Gedanke an ein vereintes Europa ein anderer als heutzutage. Der 2. Weltkrieg war noch sehr präsent in den Köpfen der Menschen und es galt ein Feindbild abzubauen. „Mit Ihrer Städtepartnerschaft haben Sie Pionierarbeit geleistet“, lobte EU-Kommissar Günter H. Oettinger bei einem seiner Besuche in Korntal-Münchingen die enge Verbindung der Stadt zu ihren französischen und belgischen Freunden.

Warum lohnt sich das Engagement für Europa?

Dr. Joachim Wolf, Bürgermeister von Korntal-Münchingen: „Weil der europäische Gedanke an seiner Attraktivität damals wie heute nichts verloren hat, weil der europäische Zusammenhalt ein Erfolgsmodell ist.“
 Pierre Beaudran, Bürgermeister von Mirande: „Wir müssen in Europa zusammenhalten. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Gemeinsam können wir Kriege verhindern. Gemeinsam können wir es unseren Kindern ermöglichen in Frieden und ohne Grenzen in Europa zu leben.“ Michel Januth, Bürgermeister von Tubize: „Unsere Städtepartnerschaften haben es geschafft, Brücken zu schlagen, die die Akzeptanz von Unterschiedlichkeit, ein besseres Verständnis des Anderen und die Entstehung von dauerhaften Freundschaften sichern.“  
Auskünfte und Informationen zu den Partnerstädten und zu deren Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft erhalten Sie bei der Stabstelle Büro des Bürgermeisters, Rathaus Korntal, Telefon (07 11) 83 67-3912.

Kurz-Porträts – Mirande und Tubize

Unsere Partnerstädte

MIRANDE

Das historisch bedeutsame Mirande liegt im Department Gers in der Gascogne in Südfrankreich.

Rathaus von Mirande

Historie

Der Ursprung von Mirande geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1281 gründete Bernhard IV. Graf von Astarac, zusammen mit dem Kloster Berdoues, die Stadt Mirande. Sie wurde nach einem rasterartigen Plan angelegt und befestigt. Mauerreste sind noch heute vorhanden. Man fand Mirande damals so schön, dass man der Stadt den Namen Mirande, la jolie (die Hübsche) gab. Auf dem Wappen sind deshalb drei Spiegel auf blauem Grund abgebildet. Die Gascogne war bis ins Mittelalter immer wieder durch Unruhen gekennzeichnet. Nach der Besetzung durch die Römer, die Vandalen, die Goten und die Araber kehrte erst um das Jahr 800 n. Chr. Ruhe ein. Im frühen Mittelalter entstanden in der Region Benediktiner- und Zisterzienzerklöster. Daraus entstand der Herrschaftsbereich der Grafen von Astarac.

Wirtschaft

Mirande, das rund 4200 Einwohner hat, ist heute eine Stadt der Handwerker, des Handels und besonders der Landwirtschaft.

Es ist ein durch seine Wiesen und fruchtbaren Ackerböden landwirtschaftlich geprägtes sanftwelliges Hügelland, in dem Weizen, Mais und Obst angebaut werden. Berühmt ist die Region für die Herstellung des Armagnac, der aus einer speziellen Traubensorte gewonnen wird. Bekannt ist ebenso die Zucht von Gänsen und die Produktion von Gänseleberpasteten, die auch ein beliebter Exportartikel sind.

Stadtbild

Aus der Vogelperspektive vom Flugzeug aus betrachtet könnte man glauben, Mirande gleiche einem Damebrett, das an den Steilufern der Baise gelegen ist. In Mirande und der ehemaligen Grafschaft Astarac findet man heute nur noch wenige historische Gebäude. Zu nennen sind der Turm von Rohan, der gallorömische Pfeiler von Artigues, der Steinsarkophag von Saint Clemens und der künstliche Hügel Buco von Mirande. Außer einigen Mauern als Überbleibsel des Grafenschlosses der Herren von Astarac ist von den Gründern Mirandes nichts erhalten. Das Rathaus befindet sich heute in dem ehemaligen, 1845 erbauten, Gebäude des Bezirksgerichts. Neben dem Rathaus ist die im Jahre 1409 errichtete Kirche Notre Dame das imposanteste Gebäude in Mirande.Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Tourismusbüros unter www.ot-mirande.com. 

TUBIZE

Tubize, das 20 Kilometer von Brüssel an der Europastraße liegt, blickt auf eine lange Geschichte zurück.  

Historie

Rathaus von Tubize

Tubize wird erstmals in einem Dokument von Karl dem Kahlen aus dem Jahr 877 erwähnt. Die Ortschaft hing früher von den Nivelles und den Herzögen von Brabant ab, die unumschränkte Herrschaft ausübten und Tubize in eine Festung umwandelten, worauf die Mauerkrone im Wappen verweist.Tubize war einer der Knotenpunkte, an denen seit der Gründung von Postbüros der Niederlande eine Poststation an der Straße von Brüssel nach Mons und nach Frankreich eingerichtet wurde. Nach der Errichtung der ersten belgischen Eisenbahnlinie 1840, deren erster Abschnitt Brüssel mit Tubize verband, siedelte sich hier die Eisen- und Baumwollindustrie an, der die Stadt ihren großen Aufschwung zu verdanken hat.

Wirtschaft

Tubize, das rund 24.000 Einwohner hat, ist trotz der wachsenden Industrialisierung und der Verbesserung der Verbindungswege mit Brüssel keine typische Industriestadt geworden. Durch das Bevölkerungswachstum und die Anziehungskraft der Stadt hat sich mittlerweile auch ein Handelszentrum entwickelt. Ein wichtiger Handelsweg, der Kanal Brüssel – Charleroi durchquert die Gemeinde. Erhalten hat sich, wie in den Jahrhunderten davor, die Landwirtschaft. 

Stadtbild

Tubize ist zwar durch die verschiedenen Gewerbezweige eine sehr lebhafte Stadt, hat aber durch die schönen Parkanlagen und durch die kleinen engen Gassen sein romantisches Aussehen bewahrt. Charakteristisch für das Straßenbild sind die aneinander gereihten, in der Regel zweigeschossigen Häuser, die von dem Turm des Rathauses, einem dreigeschossigen, großen Backsteinbau, und dem Turm der alten Kirche St. Gertrud überragt werden. Der große Platz vor dem Rathaus ist das Zentrum der Stadt.Weitere Informationen finden Sie unter www.tubize.be.